Checkmk
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1. Einleitung

Während Updates zum täglichen Geschäft gehören – Patch-Versionen erscheinen in den ersten Monaten nach Erscheinen einer neuen Major-Version wöchentlich, später monatlich – , sind Upgrades der Edition deutlich seltenere Ereignisse. Meist gehen sie mit Budgetbewilligungen einher, die entweder überhaupt den Wechsel von Checkmk Community zu einer kommerziellen Edition ermöglichen oder erlauben, künftig den größeren Funktionsumfang von Checkmk Ultimate verglichen mit Checkmk Pro wahrzunehmen.

Aber auch der umgekehrte Weg ist manchmal notwendig: Da kratzt die im Homelab betriebene Checkmk Ultimate am Limit der Service-Zahl im Lizenzstatus „Free“ und erfordert zur kostenlosen Weiternutzung von Checkmk den Wechsel zu Checkmk Community. Oder das neue Management streicht Budgets zusammen. Hierfür erlaubt Checkmk auch Downgrades, die natürlich etwas mehr Vor- und Nachbereitung erfordern.

Tip

Dieser Artikel behandelt das Upgrade und Downgrade der Checkmk-Edition, also den Wechsel zu einer Edition mit anderem Funktionsumfang, beispielsweise von Checkmk Community auf eine der kommerziellen Editionen oder zurück. Das Update der Checkmk-Version sowie die Verwendung des in beiden Fällen benutzten Befehls omd update behandelt der separate Artikel zu Updates. Weitere Informationen zur Instanzverwaltung (wozu auch das Aufräumen nicht mehr benötigter Checkmk-Pakete gehört) finden Sie im Artikel zu den Grundlagen des omd-Werkzeugs.

2. Vorbereitungen

Editions-Upgrades können mit Updates der Checkmk-Major-Version kombiniert werden, also beispielsweise der Wechsel von Checkmk Community 2.4.0p33 auf Checkmk Pro 2.5.0p8. Wir empfehlen jedoch, ein Upgrade nur mit derselben Checkmk-Version, d.h. mit identischen Major- und Patch-Versionen, durchzuführen. In der Praxis bedeutet dies, dass Sie Ihre Instanz auf die letzte verfügbare Patch-Version der bisher genutzten Edition aktualisieren sollten, bevor Sie das Upgrade angehen. Spätestens dieses Update vor dem Upgrade ist die Möglichkeit, sich mit dem omd-Befehl vertraut zu machen.

Bei einem Upgrade wird der Lizenzstatus zurückgesetzt. Dies gilt auch, wenn Sie aus organisatorischen Gründen zunächst beispielsweise Checkmk Pro mit einer Lizenz für Checkmk Ultimate betrieben haben. Im Idealfall haben Sie daher die Lizenzierungsdaten zur Hand, um sie gleich nach dem Upgrade eintragen zu können.

3. Das Upgrade durchführen

Das Upgrade besteht wie beim Update im wesentlichen aus zwei Schritten:

  1. Als erstes wird mit dem Paketmanager der Linux-Distribution das Checkmk-Paket der Ziel-Edition installiert.

  2. Es folgt die Aktivierung der neuen Checkmk-Edition für die das Upgrade erhaltende Instanz mittels omd update.

3.1. Ziel-Edition installieren

Auch beim Upgrade ist der erste Schritt die Installation der gewünschten neuen Checkmk-Version. Dies erfolgt genau wie bei der ersten Installation. Im folgenden Beispiel wird ein Paket für Ubuntu 24.04 (Noble Numbat) installiert:

root@linux# apt install /tmp/check-mk-ultimate-2.5.0p8_0.noble_amd64.deb
Befehl(e) in die Zwischenablage kopieren
Befehl(e) erfolgreich in die Zwischenablage kopiert!
Schreibzugriff auf die Zwischenablage wurde verweigert!

Die Liste der installierten Checkmk-Versionen können Sie jederzeit mit dem Befehl omd versions abrufen:

root@linux# omd versions
2.5.0p8.ultimate (default)
2.5.0p8.community
Befehl(e) in die Zwischenablage kopieren
Befehl(e) erfolgreich in die Zwischenablage kopiert!
Schreibzugriff auf die Zwischenablage wurde verweigert!

Details zum Befehl omd versions finden Sie im Artikel zu Updates.

3.2. Upgrade der Instanz durchführen

Das eigentliche Upgrade geschieht mit dem omd-Befehl:

OMD[mysite]:~$ omd update
Befehl(e) in die Zwischenablage kopieren
Befehl(e) erfolgreich in die Zwischenablage kopiert!
Schreibzugriff auf die Zwischenablage wurde verweigert!

In der angezeigten Dialogbox macht omd keinen Unterschied zwischen Update und Upgrade. Die im Hintergrund arbeitenden Mechanismen sind dieselben.

 ┌──────────────────────────────────────────────────
  You are going to update the site mysite from     │  
  version 2.5.0p4.community to version             │  
  2.5.0p4.ultimate. This will include updating     │  
  all of your configuration files and merging      │  
  changes in the default files with changes made   │  
  by you. In case of conflicts your help will be   │  
  needed.                                          │  
 ├──────────────────────────────────────────────────  
            <Update!>      < Abort >               │  
 ──────────────────────────────────────────────────┘  
                                                       

4. Nachbereitungen

Sobald Sie Ihre Instanz wieder starten, arbeitet diese wie gewohnt. Allerdings ist es sinnvoll, einige Einstellungen vorzunehmen, um vom gestiegenen Funktionsumfang und höherer Performance zu profitieren. Diese erläutern wir in den folgenden Abschnitten.

4.1. Upgrade von Checkmk Community auf eine kommerzielle Editionen

Dieser Abschnitt deckt primär das Upgrade zu CSE Checkmk Pro ab. Sie können in einem Schritt auch zu Checkmk Ultimate upgraden, beachten Sie in diesem Fall jedoch auch die Hinweise im folgenden Abschnitt.

Da die kommerziellen Editionen etliche zusätzliche Module und Features haben, gibt es nach der Umstellung ein paar Dinge zu beachten. Der entscheidende Punkt ist, dass beim Anlegen von neuen Instanzen der Checkmk Community bzw. der kommerziellen Editionen unterschiedliche Standardeinstellungen gesetzt werden.

Nagios vs. CMC

Da Checkmk Community nur Nagios als Kern unterstützt, ist dieser bei Instanzen voreingestellt, die mit Checkmk Community erstellt wurden. Diese Einstellung bleibt beim Upgrade auf Checkmk Pro erhalten. Das bedeutet, dass Sie nach einem Upgrade zunächst weiterhin mit Nagios als Kern fahren. Eine Umstellung auf den CMC erfolgt auf der Befehlszeile mit omd config und wird in dem Artikel zur Migration auf den CMC beschrieben.

RRD-Format

Die kommerziellen Editionen unterstützen ein alternatives Format für die Speicherung historischer Messdaten, welches deutlich weniger Platten-I/O erzeugt. Bei neuen Instanzen der kommerziellen Editionen ist dies automatisch voreingestellt. Instanzen von Checkmk Community werden auch hier beim Upgrade nicht automatisch umgestellt. Wie das Umstellen geht, beschreibt ein eigener Abschnitt im Artikel über Messwerte und Graphen.

Weitere Unterschiede

Um vollen Nutzen aus Checkmk Pro ziehen zu können, beachten Sie die Übersicht der Unterschiede zwischen Checkmk Community und Checkmk Pro.

4.2. Upgrade von Checkmk Pro auf Checkmk Ultimate

Am Monitoring-Kern und dem Benachrichtigungssystem gibt es keine Unterschiede zwischen Checkmk Pro und Checkmk Ultimate. Je nach Schwerpunkt des Einsatzes werden Sie den größeren Funktionsumfang oft erst beim Hinzufügen neuer Hosts nutzen. An einigen Stellen ist dennoch die Überprüfung der vorhandenen Einstellungen angeraten.

Eine vollständige Übersicht der zusätzlichen Funktionalität bietet der Artikel zu Checkmk Ultimate.

Check-Plugins für Cloud-Services

Wenn Sie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure oder Google Cloud Platform (GCP) überwachen, sind die Checkmk Ultimate vorbehaltenen Services bestehender Hosts zunächst nicht aktiviert. Sie können diese in der Regel XYZ services to monitor (wobei XYZ für den Namen der Cloud-Plattform steht) aktivieren. Führen Sie anschließend eine Service-Erkennung bei diesen Hosts durch, um die nun verfügbaren Services zu finden.

Agent Controller im Push-Modus

Mit der Möglichkeit, Hosts direkt zu überwachen, welche zwar den Checkmk-Server erreichen können, aber nicht von diesem erreichbar sind, fällt in vielen Fällen die Notwendigkeit selbst gestrickter Lösungen mit Datenquellprogrammen weg. Sie können diese Hosts auf Push-Modus umstellen und so direktes Monitoring ermöglichen.

5. Upgrades in verteilten Umgebungen

Beachten Sie, dass in verteilten Umgebungen immer zuerst das Update der Version durchgeführt werden muss, bevor das Upgrade der Edition folgen kann. Eine andere Reihenfolge oder ein Crossgrade (Update der Version und Upgrade der Edition in einem Schritt) ist nicht vorgesehen. Als generelles Vorgehen empfehlen wir das Offline-Upgrade, bei dem von einer beliebigen niedrigeren Edition auf eine beliebige höhere Edition gesprungen werden kann.

Bei allen Upgrade-Szenarien außer denen zu Checkmk Ultimate mit Multi-Tenancy ist ein Mischbetrieb für einen eingeschränkten Zeitraum möglich.

5.1. Offline-Upgrade

Da das Mischen von Editionen nur in wenigen Kombinationen möglich ist, empfehlen wir grundsätzlich, das Upgrade der Edition offline durchzuführen. Gehen Sie dafür wie folgt vor:

  1. Stoppen Sie alle Instanzen.

  2. Führen Sie das Upgrade der Zentralinstanz durch.

  3. Wenn Sie möchten (und eine Fülle von Benachrichtigungen kein Problem darstellt), können Sie die Zentralinstanz sofort wieder starten.

  4. Nun steht das Upgrade der Remote-Instanzen an. Dieses können Sie parallel durchführen und einzelne Remote-Instanzen nach dem Upgrade sofort wieder starten.

Selbstverständlich können Sie mit dem Start warten, bis alle Instanzen das Upgrade erhalten haben, was die Zahl von Benachrichtigungen etwas reduziert.

5.2. Online-Upgrade

Checkmk erlaubt den Mischbetrieb einer Zentralinstanz mit größerem Funktionsumfang mit Remote-Instanzen mit kleinerem Funktionsumfang. Für das Upgrade bedeutet dies, dass die Zentralinstanz das Upgrade zuerst erhält. Während des Mischbetriebs sollte keine Übertragung der Konfiguration von der Zentralinstanz zu den Remote-Instanzen durchgeführt werden, die noch kein Upgrade erhalten haben. Daher empfehlen wir, für die Dauer des Mischbetriebs auf der Zentralinstanz via Setup > General > Read only mode die Änderung der Konfiguration zu unterbinden. Theoretisch kann solch ein Mischbetrieb beliebig lange währen — in der Praxis werden jedoch nach einiger Zeit Konfigurationsänderungen notwendig sein, die einen homogenen Editions-Stand erfordern.

Für das Upgrade ergibt sich daraus folgende Reihenfolge:

  1. Führen Sie das Upgrade der Zentralinstanz durch.

  2. Geben Sie die Lizenzierungsdaten ein und übermitteln Sie diese, wie im Artikel zur Lizenzierung beschrieben. Die von allen Remote-Instanzen bereitgestellten Services werden bei der Berechnung der Subskription gleich behandelt, das heißt, während des Mischbetriebs werden Services von Checkmk Community Remote-Instanzen bereits als Checkmk Pro oder Checkmk Ultimate abgerechnet.

  3. Aktualisieren Sie nach und nach die Remote-Instanzen.

  4. Falls Sie die Übertragung der Konfiguration nicht global, sondern für jede Remote-Instanz separat deaktiviert haben, können Sie die Übertragung der Konfiguration für jede Remote-Instanz, welche das Upgrade erhalten hat, wieder aktivieren.

  5. Im verteilten Monitoring ohne zentrales Setup müssen auch die Remote-Instanzen gleich nach dem Upgrade lizenziert werden.

Nach dem Upgrade aller Instanzen können Sie die spezifischen Features der neuen Edition aktivieren.

Warum empfehlen wir, während des Upgrades auf die Synchronisation der Konfiguration zu verzichten?

Tatsächlich verwerfen Remote-Instanzen Einstellungen, mit denen sie „nichts anfangen“ können. Dadurch geht zwar nichts kaputt, aber es kann einiges durcheinander kommen. Nehmen wir an, Sie aktivieren eine spezifische Einstellung von Checkmk Pro – beispielsweise regelmäßige Wartungszeiten –, bevor alle Remote-Instanzen das Upgrade erhalten haben. In diesem Fall verwerfen Checkmk Community-Instanzen die Einstellung, woraus folgt, dass diese auch nach dem Upgrade nicht zur Verfügung steht. Erst nach erneuter Änderung der betroffenen Einstellung nach dem Upgrade steht diese zur Verfügung.

Sollte es unmöglich sein, während des Upgrades auf die Synchronisation der Konfiguration zu verzichten, prüfen Sie nach dem vollständigen Upgrade die Konsistenz der spezifischen Einstellungen von Checkmk Pro.

6. Downgrades

Auch Downgrades zwischen den Editionen sind vorgesehen. Ein Downgrade ist eine komplexere und damit zeitaufwendigere Aktion, da einige Funktionen in der Zieledition möglicherweise nicht funktionieren und manuell deaktiviert und durch eine möglicherweise weniger effiziente oder weniger komfortable Alternative ersetzt werden müssen.

Informieren Sie sich im Folgenden unbedingt, was vor einem Downgrade zu erledigen ist.

Andere Downgrades als die im Folgenden beschriebenen sind nicht vorgesehen und werden von uns nicht unterstützt, beispielsweise ein Downgrade von Checkmk Ultimate mit Multi-Tenancy. Stattdessen empfehlen wir, in einem solchen Fall mit einer frischen Instanz zu beginnen.

6.1. Downgrade von Checkmk Ultimate auf Checkmk Pro

Als Vorbereitung für das Downgrade von Checkmk Ultimate nach Checkmk Pro müssen Sie mindestens die folgenden Änderungen vornehmen:

  • Stellen Sie Hosts, die im Push-Modus arbeiten, auf Pull-Modus um. Andernfalls empfängt Checkmk von diesen Hosts keine Monitoring-Daten, und die Hosts werden im Regelfall stale.

  • Konfigurieren Sie die Agentenpakete für Ordner so um, dass keine Autoregistrierung mehr vorgenommen wird. Backen Sie anschließend die Agentenpakete neu.

Ferner stehen nicht mehr alle Cloud-Services und weniger Dashboards zur Verfügung. Als Folge werden Sie verschwundene Services aufräumen müssen.

Eine Übersicht der Unterschiede zwischen Checkmk Ultimate und Checkmk Pro liefert der Artikel zu Checkmk Ultimate.

6.2. Downgrade von Checkmk Pro auf Checkmk Community

Als Vorbereitung für das Downgrade von Checkmk Pro nach Checkmk Community müssen Sie mindestens die folgenden Änderungen vornehmen:

  • Änderung des RRD-Datenbankformats mit der Regel Configuration of RRD databases of hosts auf Multiple RRDs per host/service. Neben leichten Performance-Nachteilen ist hier anzumerken, dass eine Konvertierung nicht vorgesehen ist und demnach historische Monitoring-Daten nicht mehr sichtbar sind.

  • Umschalten des Monitoring-Kerns von CMC auf Nagios – von dieser Änderung sind in erster Linie Performance-Nachteile zu erwarten.

Daneben sind nicht mehr alle Dashboards, Graphen-Einstellungen, Benachrichtigungs-Plugins und Spezialagenten verfügbar. Im Artikel zu Checkmk Pro können Sie ermitteln, wie viel Checkmk Pro-Funktionalität im Falle des Downgrades nach Checkmk Community wegfällt und wo Sie gegebenenfalls weitere Anpassungen vornehmen müssen.

6.3. Downgrade in verteilten Umgebungen

Die in den beiden vorherigen Abschnitten vorgestellten Downgrade-Szenarien können auch in verteilten Umgebungen durchgeführt werden. Beachten Sie, dass in verteilten Umgebungen immer zuerst das Update der Version durchgeführt werden muss, bevor das Downgrade der Edition folgen kann. Eine andere Reihenfolge oder ein Crossgrade (Update der Version und Downgrade der Edition in einem Schritt) ist nicht vorgesehen.

In keinem Downgrade-Szenario unterstützt Checkmk den Mischbetrieb zwischen unterschiedlichen Editionen. Aus diesem Grund empfehlen wir dringend, das Downgrade der Edition offline durchzuführen. Gehen Sie dafür wie folgt vor:

  1. Stoppen Sie alle Instanzen.

  2. Nun müssen Sie zuerst das Downgrade der Zentralinstanz durchführen.

  3. Wenn Sie möchten (und eine Fülle von Benachrichtigungen kein Problem darstellt), können Sie die Zentralinstanz sofort wieder starten.

  4. Nun steht das Downgrade der Remote-Instanzen an. Dieses können Sie parallel durchführen und Remote-Instanzen nach dem Downgrade sofort wieder starten.

Selbstverständlich können Sie mit dem Start warten, bis alle Instanzen das Downgrade erhalten haben, was die Zahl von Benachrichtigungen etwas reduziert.

6.4. Das Downgrade durchführen

Das eigentliche Downgrade muss — genau wie beim Update oder Upgrade — mit dem Befehl omd update durchgeführt werden. Die Details dazu finden Sie im Artikel zu Updates.

Wenn Sie beispielsweise von der Checkmk Ultimate auf die Checkmk Pro downgraden wollen, überzeugt sich Checkmk, ob das tatsächlich Ihre Intention ist:

 ┌─────────────────────────────
  You are updating from       │  
  Ultimate to Pro. Is this    │  
  intended?                   │  
 ├─────────────────────────────  
       < yes >   < no  >  
 ─────────────────────────────┘  
                                  

Sobald Sie diese Abfrage mit yes bestätigen, wird das Downgrade gestartet.


Letzte Änderung: Wed, 01 Jul 2026 14:59:21 GMT via Commit e1864aa0e
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