Checkmk
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1. Edition auswählen

Bevor Sie beginnen, Checkmk zu installieren, müssen Sie sich zuerst entscheiden, welche der vier verfügbaren Editionen Sie einsetzen möchten:

Die CRE Checkmk Raw Edition (CRE) ist kostenlos, zu 100 % Open Source und enthält Nagios als Kern. Sie können damit komplexe Umgebungen umfassend überwachen. Support erhalten Sie in unserem Forum von der Checkmk-Community.

Die CFE Checkmk Enterprise Free Edition (CFE) ist für Sie die richtige, wenn Sie die Standard Edition unverbindlich testen wollen oder Checkmk im kleinen Rahmen mit einer Instanz mit bis zu 25 überwachten Hosts einsetzen möchten. Die Free Edition enthält alle Features der Standard Edition und ist kostenlos und ist in den ersten 30 Tagen nicht limitiert bzgl. Instanzen und Hosts. Sowohl die Free Edition als auch die Raw Edition können Sie später ohne Umwege direkt auf die Standard Edition upgraden.

Die CSE Checkmk Enterprise Standard Edition (CEE) richtet sich vor allem an professionelle Anwender und bietet über den Umfang der Raw Edition hinaus eine Reihe von interessanten Features, wie z.B. mit dem Checkmk Micro Core (CMC) einen sehr performanten eigenen Kern (der Nagios ersetzt), ein Reporting, ein ausgefeiltes System für die Visualisierung von Messwerten, eine flexible Verteilung der Checkmk-Agenten (die die Informationen der überwachten Zielsysteme beschaffen), und vieles mehr. Für die Standard Edition können Sie optional von uns oder einem unserer Partner professionellen Support erhalten.

Die CME Checkmk Enterprise Managed Services Edition (CME) ist eine mandantenfähige Erweiterung der Standard Edition und verfügt über alle notwendigen Funktionen, um mit Checkmk über das verteilte Monitoring voneinander abgeschottete Instanzen für mehrere Kunden zu betreiben. Falls Sie für Ihre Kunden diese Dienste anbieten wollen, ist diese Ihre Edition. Genaueres zum Konzept der Managed Services finden Sie in der Einführung dieses Artikels.

Eine Aufstellung der Unterschiede zwischen den Editionen finden Sie auf unserer Homepage.

CEE Wann immer wir in diesem Handbuch Funktionen besprechen, die nur für eine der Enterprise Editions gelten — also für die CEE, CFE oder CME — kennzeichnen wir dies mit dem Symbol wie in diesem Absatz.

2. Version auswählen

Wir entwickeln alle Editionen von Checkmk ständig weiter, und daher gibt es von jeder Edition verschiedene Versionen. Für den Einstieg empfehlen wir Ihnen grundsätzlich die jeweils neueste stabile Version. Einen detaillierten Überblick, welche Arten von anderen Versionen es außerdem gibt, zeigt dieser Artikel.

3. Die Software installieren

Der Checkmk-Server benötigt grundsätzlich ein Linux-System, auf dem er laufen kann. (Sie können natürlich trotzdem auch Windows und andere Betriebssysteme überwachen.) Wenn Sie keinen eigenen Linux-Server aufsetzen möchten, können Sie Checkmk auch mithilfe von Docker oder einer Appliance betreiben. Insgesamt gibt es vier Möglichkeiten, die wir im folgenden kurz vorstellen und die auf unterschiedliche Weise zu installieren sind. Wenn Sie die Installation Ihrer Variante abgeschlossen haben, lesen Sie im nächsten Kapitel weiter, in der es um die Erstellung einer Instanz geht.

3.1. Linux-Server

Die Installation von Checkmk auf einem Linux-Server, egal, ob auf einer „echten“ oder auf einer virtuellen Maschine, ist der Standardfall. Wenn Sie über Linux-Grundkenntnisse verfügen, ist die Installation sehr einfach. Die komplette Software, die Sie benötigen, ist entweder in Ihrer Linux-Distribution oder in unserem Checkmk-Paket enthalten.

Checkmk unterstützt die folgenden Linux-Distributionen: Red Hat Enterprise Linux (RHEL)/CentOS, SUSE Linux Enterprise Server (SLES), Debian und Ubuntu. Für jede Checkmk-Edition, Checkmk-Version und Linux-Distribution gibt es ein eigenes angepasstes Paket von uns, das Sie mit dem Paketmanager Ihrer Linux-Distribution installieren können.

3.2. Virtuelle Appliance

Mit der virtuellen Appliance Checkmk virt1 erhalten Sie eine komplett eingerichtete virtuelle Maschine im Dateiformat OVA (Open Virtualization Archive), die Sie in einem Hypervisor wie zum Beispiel VirtualBox oder VMware vSphere ESXi verwenden können.

Die virtuelle Appliance enthält neben Checkmk auch das Linux-Betriebssystem Debian. Der Vorteil der Appliance ist, neben einem vorinstalliertem System, dass Sie Betriebssystem und Checkmk komplett über eine grafische Oberfläche konfigurieren können, ohne die Linux-Kommandozeile bemühen zu müssen. Dies umfasst auch den Update von Betriebssystem und Checkmk.

CEE Die virtuelle Appliance ist für alle Enterprise Editions verfügbar, für die Free Edition als kostenlose Demo-Version. Wie Sie bei der Installation vorgehen müssen, erfahren Sie in der Schnellstart-Anleitung.

3.3. Physische Appliance

Einen Schritt weiter können Sie mit der physischen Appliance (auch Hardware Appliance genannt) gehen, in der Checkmk fertig vorinstalliert und sofort einsetzbar auf einem Gerät geliefert wird, um es zum Beispiel direkt in Ihrem Rechenzentrum einzubauen. Zwei physische Appliances können Sie mit wenigen Handgriffen zu einem Hochverfügbarkeits-Cluster (HA-Cluster) zusammenschalten.

CEE Die physische Appliance gibt für die Standard Edition und Managed Services Edition. Sie können zwischen mehreren Modellen mit verschiedenen Wartungsstufen wählen. Die Anleitung zur Inbetriebnahme finden Sie in der Schnellstart-Anleitung.

3.4. Docker-Container

Wenn Sie Checkmk mithilfe eines Docker-Containers bereitstellen wollen, haben Sie auch diese Möglichkeit. Dabei unterstützen wir sowohl die Raw Edition als auch die Enterprise Editions mit fertigen Container-Images, die mit wenigen Kommandos eingerichtet sind.

Die Anleitung dazu finden Sie im Artikel über die Installation als Docker-Container.

4. Eine Instanz erstellen

Checkmk hat eine Besonderheit, die Ihnen zu Beginn vielleicht unwichtig erscheint, die sich in der Praxis aber als sehr nützlich herausgestellt hat: Sie können auf einem Server mehrere unabhängige Instanzen (sites) von Checkmk parallel betreiben. Dabei kann sogar jede Instanz mit einer anderen Version von Checkmk laufen.

Hier sind zwei häufige Anwendungen für dieses gut durchdachte Feature:

  • unkompliziertes Ausprobieren einer neuen Checkmk-Version

  • Parallelbetrieb einer Testinstanz zum Überwachen von Hosts, die noch nicht operativ sind

Wenn Sie Checkmk gerade auf einem Linux-Server installiert haben, kommt es noch komplett ohne Instanzen daher. Wir zeigen Ihnen in diesem Kapitel, wie Sie nach einer Software-Installation von Checkmk auf einer Linux-Distribution eine Instanz anlegen.

Hinweis: Checkmk-Appliances werden über eine Web-Oberfläche administriert, die auch das Anlegen von Instanzen abdeckt. Dies wird im Artikel über die Appliance erklärt. Falls Sie Checkmk in einem Docker-Container betreiben, wird für Sie automatisch während der Installation eine Instanz angelegt.

Wählen Sie zunächst einen Namen für Ihre Instanz. Diese darf nur aus Buchstaben und Ziffern bestehen. Konvention sind dabei Kleinbuchstaben. Im Handbuch verwenden wir in allen Beispielen den Namen mysite. Ersetzen Sie diesen Namen mit Ihren eigenen Instanznamen.

Das Anlegen selbst geht sehr einfach. Geben Sie einfach als root den Befehl omd create, gefolgt vom Namen der Instanz ein:

root@linux# omd create mysite
Adding /opt/omd/sites/mysite/tmp to /etc/fstab.
Creating temporary filesystem /omd/sites/mysite/tmp...OK
Updating core configuration...
Generating configuration for core (type cmc)...Creating helper config...OK
OK
Restarting Apache...OK
Created new site mysite with version 2.0.0.cee.

  The site can be started with omd start mysite.
  The default web UI is available at http://linux/mysite/

  The admin user for the web applications is cmkadmin with password: jEpCM9T4
  For command line administration of the site, log in with 'omd su mysite'.
  After logging in, you can change the password for cmkadmin with 'htpasswd etc/htpasswd cmkadmin'.

Beim Anlegen einer neuen Instanz passieren die folgenden Dinge:

  • Es werden ein Linux-Benutzer (ohne Passwort) und eine Linux-Gruppe angelegt, die den Namen der Instanz tragen. Der Benutzer wird Instanzbenutzer (site user) genannt.

  • Für die Instanz wird ein Home-Verzeichnis unterhalb von /omd/sites angelegt, z.B. /omd/sites/mysite.

  • Eine sinnvolle Defaultkonfiguration wird in das neue Verzeichnis kopiert.

  • Für die Web-Oberfläche von Checkmk wird ein Benutzer mit dem Namen cmkadmin und einem zufälligen Passwort angelegt.

Hinweis: Wenn Sie beim Versuch, die Instanz zu erstellen, diese oder eine ähnliche Fehlermeldung erhalten:

root@linux# omd create mysite
Group 'mysite' already existing.

dann existiert bereits ein Linux-Benutzer oder eine Gruppe mit dem von Ihnen angegebenen Instanznamen. Wählen Sie dann einfach einen anderen Namen.

Sobald Sie die neue Instanz erzeugt haben, erfolgt die weitere Administration nicht mehr als root, sondern als Instanzbenutzer. Zu diesem werden Sie am einfachsten mit dem folgenden Kommando:

root@linux# su - mysite
OMD[mysite]:~$

Am geänderten Prompt sehen Sie, dass Sie in der Instanz eingeloggt sind. Wie der Befehl pwd zeigt, befinden Sie sich danach automatisch im Home-Verzeichnis der Instanz:

OMD[mysite]:~$ pwd
/omd/sites/mysite

Wie Sie in der Ausgabe von omd create gesehen haben, wird beim Erzeugen der Instanz automatisch ein administrativer Checkmk-Benutzer mit dem Namen cmkadmin erzeugt. Dieser Benutzer ist für die Anmeldung an der Web-Oberfläche von Checkmk gedacht und hat ein zufälliges Passwort erhalten. Dieses Passwort können Sie als Instanzbenutzer leicht ändern:

OMD[mysite]:~$ htpasswd -m etc/htpasswd cmkadmin
New password: *****
Re-type new password: *****
Updating password for user cmkadmin

Übrigens: Immer wenn wir im Handbuch Pfadnamen angeben, die nicht mit einem Schrägstrich beginnen, beziehen sich diese auf das Home-Verzeichnis der Instanz. Wenn Sie sich in diesem Verzeichnis befinden, können Sie solche Pfade daher direkt so verwenden. Das gilt z.B. auch für die Datei etc/htpasswd, deren absoluter Pfad hier /omd/sites/mysite/etc/htpasswd ist. Diese Datei enthält die Passwörter der Checkmk-Benutzer dieser Instanz. Verwechseln Sie diese Datei nicht mit /etc/htpasswd.

5. Die Instanz starten

Eine Instanz kann gestartet oder gestoppt sein. Die Startart ist dabei automatisch, was bedeutet, dass eine gestartete Instanz auch nach einem Reboot des Rechners wieder gestartet wird. Frisch angelegte Instanzen beginnen ihr Leben dennoch gestoppt. Das können Sie leicht mit dem Befehl omd status überprüfen, der den Status aller Einzelprozesse zeigt, die zum Betrieb der Instanz nötig sind:

OMD[mysite]:~$ omd status
mkeventd:       stopped
liveproxyd:     stopped
mknotifyd:      stopped
rrdcached:      stopped
cmc:            stopped
apache:         stopped
dcd:            stopped
redis:          stopped
crontab:        stopped
-----------------------
Overall state:  stopped

Mit einem einfachen omd start können Sie die Instanz starten:

OMD[mysite]:~$ omd start
Creating temporary filesystem /omd/sites/mysite/tmp...OK
Starting mkeventd...OK
Starting liveproxyd...OK
Starting mknotifyd...OK
Starting rrdcached...OK
Starting cmc...OK
Starting apache...OK
Starting dcd...OK
Starting redis...OK
Initializing Crontab...OK

Wie erwartet, zeigt der Status danach alle Dienste als running:

OMD[mysite]:~$ omd status
mkeventd:       running
liveproxyd:     running
mknotifyd:      running
rrdcached:      running
cmc:            running
apache:         running
dcd:            running
redis:          running
crontab:        running
-----------------------
Overall state:  running

CRE Da die Raw Edition nicht über alle Features der Enterprise Editions verfügt, sehen Sie dort weniger Dienste. Außerdem finden Sie für den Kern nagios statt cmc:

OMD[mysite]:~$ omd status
mkeventd:       running
rrdcached:      running
npcd:           running
nagios:         running
apache:         running
redis:          running
crontab:        running
-----------------------
Overall state:  running

Der Befehl omd bietet noch viele weitere Möglichkeiten zur Steuerung und Konfiguration von Instanzen, die im Artikel über Instanzen beschrieben sind. Zusätzlich erfahren Sie im Artikel über Checkmk auf der Kommandozeile, wie die Verzeichnisstruktur von Checkmk aufgebaut ist.

6. Anmelden

Mit laufender Instanz kann es auch schon losgehen: Jede Instanz hat eine eigene URL, die Sie in Ihrem Browser öffnen können. Diese setzt sich zusammen aus der IP-Adresse oder dem Host-Namen des Checkmk-Servers, einem Schrägstrich und dem Namen der Instanz, z.B. http://mycmkserver/mysite. Unter dieser Adresse finden Sie diesen Anmeldedialog:

login

Melden Sie sich nun mit dem Benutzernamen cmkadmin und dem anfangs ausgewürfelten bzw. von Ihnen geänderten Passwort an. Dadurch landen Sie auf der Startseite von Checkmk, die wir uns im nächsten Kapitel genauer ansehen werden.

Falls Ihre Instanz nicht gestartet ist, sehen Sie statt des Anmeldedialogs folgende Fehlermeldung:

omd site not started

Falls es überhaupt keine Instanz mit diesem Namen gibt (oder Sie auf einem Server ohne Checkmk gelandet sind), sieht das eher so aus:

omd site not found

Wichtig: Sobald Sie Checkmk produktiv betreiben, empfehlen wir Ihnen aus Sicherheitsgründen den Zugriff auf die Oberfläche ausschließlich gesichert zuzulassen. Was Sie dafür tun müssen, erfahren Sie im Artikel über die Absicherung der Web-Oberfläche mit HTTPS.

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