1. Einrichten der Paketquellen
Checkmk benötigt etliche Software-Pakete Ihrer Linux-Distribution. Software aus Drittquellen wird nicht benötigt. Damit alle benötigten Pakete korrekt nachinstalliert werden können, benötigen Sie eine korrekte Konfiguration der Software-Quellen.
Sie müssen dafür die Module „Web and Scripting“, „Development Tools“ und „SUSE Package Hub“ auswählen. Folgen Sie dazu den Anweisungen in Registrieren von SLES 15 und Verwalten von Modulen.
2. Einrichten von SELinux und Firewall
Je nach verwendeter SLES-Version und genutztem Installationsmedium können Security-Enhanced Linux (SELinux) und eine lokale Firewall aktiv sein. An diesen müssen gegebenenfalls noch Anpassungen vorgenommen werden. Erlauben Sie zunächst, dass der Apache-Webserver ausgehende Verbindungen aufbauen darf:
Checkmk erlaubt den Betrieb von mehreren Instanzen parallel auf einem Server. Hierfür kommt pro Instanz ein Apache-Webserver zum Einsatz, der auf einem hohen Port unter dem Instanzbenutzer läuft. Der System-Apache auf den Standard-Ports 80/443 (bei aktiviertem HTTPS) greift als Reverse Proxy auf die Instanz-Apaches zu. Hierfür muss der System-Apache selbst Verbindungen aufbauen dürfen.
Falls Sie firewalld benutzen, geben Sie den Webserver frei und aktivieren die Änderung:
3. Herunterladen des passenden Pakets
Wählen Sie zunächst die für Ihre Bedürfnisse passende Checkmk-Edition. Auf der Download-Seite finden Sie Checkmk Community, die Open Source ist, und die kommerziellen Editionen, die Sie im Lizenzstatus „Trial“ ausprobieren können. Wenn Sie eine Subskription besitzen, dann finden Sie die Installationspakete im Kundenportal.
Wir empfehlen den Einsatz der letzten stabilen Checkmk-Version. Falls Sie (beispielsweise als Basis für die Wiederherstellung eines Backups) eine ältere Version benötigen, finden Sie diese im Download-Archiv. Achten Sie darauf, dass das ausgewählte Paket exakt zur installierten Linux-Distribution und deren Version passt.
Nachdem Sie das Paket heruntergeladen haben, bringen Sie es auf das Linux-System, auf dem Checkmk installiert werden soll.
Das kann zum Beispiel mit dem Befehlszeilentool scp geschehen, welches jedes moderne System mitbringt – und auch seit Windows 10 in der PowerShell verfügbar ist.
Zusätzliche Programme wie WinSCP sind meist nicht erforderlich.
Das Beispiel zeigt die Übertragung eines
Checkmk Community Pakets auf SLES 15:
4. Installation des signierten Pakets
Alle Pakete werden mittels GnuPG signiert. Durch diese Signatur können Sie zum einen prüfen, ob das Paket auch wirklich von uns stammt, und zum anderen, ob es insgesamt vollständig ist.
Damit diese signierten Pakete wie gewohnt installiert werden können, müssen Sie einmalig unseren öffentlichen Schlüssel importieren, damit der Signatur vertraut wird. Laden Sie dazu zuerst den Schlüssel direkt von unserer Website:
Danach importieren Sie den Schlüssel in die Liste der vertrauenswürdigen Signaturen.
Unter SLES ist dafür das Tool rpm zuständig:
Sobald Sie den Schlüssel importiert haben, können Sie das Checkmk-Paket nun noch einmal verifizieren und anschließend mit zypper install installieren:
5. Aktivierung des Apache-Webservers
SLES aktiviert den als Abhängigkeit mitinstallierten Apache-Webserver nicht automatisch.
Benutzen Sie das GUI-Tool YaST oder den Befehl systemctl um Apache zu aktivieren und zu starten.
6. Abschlusstest
Nach der erfolgreichen Installation von Checkmk und allen Abhängigkeiten steht Ihnen der Befehl omd zur Verfügung,
mit dem Sie Monitoring-Instanzen anlegen und verwalten können.
Zur Kontrolle können Sie die installierte Version ausgeben lassen:
7. Deinstallation von Checkmk
Die Voraussetzung für die Deinstallation eines Checkmk-Pakets ist, dass dieses von keiner Instanz mehr verwendet wird.
Nicht mehr benötigte Instanzen löschen Sie mit omd rm.
Auch Instanzen, die schon einmal auf höhere Checkmk-Versionen aktualisiert wurden, hinterlassen ungenutzte Checkmk-Pakete.
Für die Deinstallation bringt omd einen Wrapper mit, der unbenutzte Checkmk-Pakete findet und nur diese deinstalliert.
Falls Sie mehr Kontrolle über die Deinstallation haben wollen, können Sie auch den Paketmanager direkt verwenden.
Hier müssen Sie selbst sicherstellen, dass das zu deinstallierende Paket von keiner Instanz mehr benutzt wird.
Vergleichen Sie hierfür die Ausgabe von omd sites mit der von omd versions.
So finden Sie heraus, welchen Paketen die installierten Checkmk-Versionen entsprechen:
Die Deinstallation geschieht mit rpm -e:
